Was bedeutet das ElektroG für die Verbraucher?

Rund 44,7 Mio. Tonnen Elektro- und Elektronikschrott fielen 2016 weltweit an. Das ist in etwa mit der Masse von 4.500 Eiffeltürmen vergleichbar (Quelle: The Global E-waste Monitor – 2017, United Nations University (UNU), International Telecommunication Union (ITU) & International Solid Waste Association (ISWA), Bonn/Geneva/Vienna). Gründe für diese seit Jahrzehnten kontinuierliche Zunahme an Altgeräten sind neben dem rasanten technischen Fortschritt die immer kürzeren Produktzyklen.

Die europäische WEEE-Richtlinie

Altgeräte enthalten aber nicht nur wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertet und in den Produktionskreislauf zurückgeführt und somit erhalten werden können, sondern teilweise auch gefährliche Stoffe, die Gesundheit und Umwelt schaden können. Umweltschäden zu verhindern bzw. die Wiederverwertung der Sekundärrohstoffe zu fördern ist Ziel der europäischen WEEE-Richtlinie aus dem Jahr 2003. Sie wurde im Jahr 2012 neugefasst. Die WEEE-Richtlinie macht Vorgaben hinsichtlich der Vermeidung und Reduzierung der Abfallmenge von Elektrogeräten durch Wiederverwendung, Recycling und andere Verwertungsformen. Auch für die Abfallbehandlung werden Mindestanforderungen definiert.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Die WEEE-Richtlinie wurde von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht überführt. In Deutschland erfolgte dies mit dem „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“, kurz ElektroG, aus dem Jahr 2005. Dessen Novellierung trat am 24.10.2015 in Kraft. Das ElektroG legt fest, dass ausgediente Altgeräte nicht in den Hausmüll gehören, sondern getrennt vom Hausmüll zu sammeln und der Wiederverwertung zuzuführen sind.

Pflichten für Verbraucher

Neben Herstellern, Handel und den Kommunen nehmen Sie als Verbraucher eine zentrale Rolle ein. Damit Ihre Altgeräte aus privaten Haushalten fach- und umweltgerecht entsorgt bzw. wiederverwendet werden können, sind Sie verpflichtet, diese getrennt vom Hausmüll über die Sammel- und Rücknahmestellen der Kommunen, des Handels oder der Hersteller zu entsorgen. Die Rücknahme erfolgt grundsätzlich kostenfrei. Wichtig und daher vorgeschrieben ist zudem, dass Batterien oder Akkumulatoren, die nicht fest von dem Altgerät umschlossen sind, vor dessen Entsorgung entfernt und getrennt entsorgt werden müssen.

Sammelziele

Seit dem 01.01.2016 gilt die gesetzlich vorgeschriebene Sammelquote von 45 %. Dies bedeutet, dass 45 % des Gewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektrogeräte bei den Sammel- und Rücknahmestellen als Elektroschrott wieder erfasst werden muss und damit eben nicht im Hausmüll landen darf.